Der seit 1990 andauernde Anstieg des Anteils roter Rebsorten kommt in erster Linie den klassischen Rebsorten aus Europa zugute. Insbesondere die Sorten Bonarda, Cabernet Sauvignon, Malbec, Merlot und Syrah werden bei Neuanlagen bevorzugt eingesetzt. Die Menge an verfügbaren Weinen im Premium-Bereich nahm dadurch stark zu.

 

Bonarda wird auf etwa 18.000 ha (Stand 2005) angepflanzt. Ihre genaue Identität ist unter Ampelographen noch umstritten. Während viele Vertreter sie für die kalifornische Charbono (= Dolcetto) halten, glauben einige, dass es sich um die Sorte Croatina handelt: Pierre Galet, einer der profiliertesten Rebsortenbestimmer unserer Zeit ist jedoch überzeugt, dass es sich um die italienische Sorte Bonarda Piemontese handelt.[10] Für diese These spricht auch, dass sowohl Dolcetto als auch Croatina nach wie vor als eigenständige Sorten im argentinischen Rebsortenspiegel geführt werden.

 

Malbec ist auf fast 22.460 Hektar zu finden. Zur Zeit des Weißweinbooms in den 1980er Jahren wurden viele ihrer ehemals 50.000 Hektar bestockten Rebflächen gerodet und durch Weißweinsorten ersetzt. Mittlerweile hat man ihren Wert erkannt und mit Neuanpflanzungen begonnen. Sie ergibt hier Weine mit intensiv dunkler Farbe; im Barrique ausgebaut sind sie gut lagerfähig. In Südwestfrankreich, ihrer Heimat, hat die Sorte nie eine so große Bedeutung erlangt. Obwohl in Bordeaux schon seit jeher für ihre Qualitäten geschätzt, wurde sie erst von der Reblaus und schließlich von Frühjahrsfrösten des Jahres 1956 in Frankreich fast vollständig verdrängt. Argentinien verfügt somit mit der Malbec-Traube über ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Weltmarkt, das sich hervorragend vermarkten lässt. Eine ähnliche Situation ergab sich in Chile mit der Rebsorte Carménère.

 

Cabernet Sauvignon, die aus dem Bordeaux bekannte Sorte, wird auf nahezu 16.900 Hektar angebaut. Der klassischen Bordeauxtraube fehlt es in Argentinien häufig an Frucht, Struktur und Finesse. Insbesondere die für die Europäer ungewöhnlichen Verschnitte mit Malbec oder Syrah sind jedoch erfolgversprechend.

Merlot, eine Sorte, die ebenfalls von Bordeaux aus ihren Siegeszug um die Welt antrat, belegt 7.370 Hektar. Der Merlot ist in Frankreich mittlerweile die meistangebaute Rotweinsorte und verleiht den großen Weinen aus Bordeaux Fülle, Frucht und Geschmeidigkeit. In Argentinien wird die Sorte in Verschnitten für den Ausbau bordeauxähnlicher Weine genutzt.

 

Syrah, eine typische Sorte der Rhône, belegt aktuell 11.670 Hektar. Seit 15 Jahren ist der Boom um die Syrah-Traube ungebrochen. Die bestockte Fläche stieg seither um 11.000 Hektar. Sie ist in Argentinien auch unter den Namen Balsemina und Balsamina bekannt.

 

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weinbau_in_Argentinien#Rote_Sorten)


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